Medizinisches Cannabis – was steckt dahinter

Medizinisches Cannabis (medizinisches Marihuana) ist Cannabis, das von einem Arzt zur Linderung von Symptomen oder zur Behandlung einer Erkrankung verschrieben wird. Es gibt verschiedenen Arten von Cannabis, darunter auch synthetisch hergestellte Produkte. Selbst zu medizinischen Cannabis ist der Zugang streng geregelt.

Ein Blick in die Geschichte von medizinischen Cannabis.

Medizinisches Cannabis wird bereits seit 1964 erforscht und auf seine Wirksamkeit getestet. Erst als das Endo-Cannabinoid-System, 16 Jahre später entdeckt wurde, verstand man auch die Wirkungsweise von Cannabis. THC, der Hauptwirkstoff durfte bereits in 1998 verschrieben werden, allerdings nur in seiner synthetischen Form. Es dauerte noch weitere 13 Jahre, bis auch die Herstellung von medizinischem Cannabis mit den natürlichen Bestandteilen der Cannabis Pflanze verwendet werden durfte. Seit 2017 ist es deutschen Ärzten möglich, medizinisches Cannabis durch Rezept zu verschreiben.

Wo wird medizinisches Cannabis, auch Cannabis Öl genannt, angewendet

Studien und Untersuchungen in medizinisches Cannabis werden noch immer durchgeführt. Soweit allerdings hat die Medizin die positiven Eigenschaften bei Multipler Sklerose bereits nachgewiesen. In den meisten Fällen können bei dieser Krankheit die schmerzhaften Spastiken gelindert werden.

Fibromyalgie reagiert ebenfalls positiv auf medizinisches Cannabis.

Auch bei Krebs kann mit Cannabis Öl geholfen werden. Die Übelkeit und das Erbrechen, dass mit der Chemotherapie oft einhergehen, kann mit dem Öl gelindert, oft ganz vermieden werden. Etliche Studien, die untersuchen sollen, wie weit Cannabis Öl Krebszellen blockieren und die Metastasen Bildung verhindern können, sind im Laufen; das Urteil steht jedoch noch aus.

Medizinisches Cannabis und die Krankheiten unserer schnelllebigen Gesellschaft

In der westlichen Zivilisation gehört Stress zu einem der größten Probleme. Schlafstörungen, Verspannungen und Angststörungen sind Beschwerden, die Ärzten von heute nur zu vertraut sind. Da medizinischem Cannabis beruhigende und entspannende Eigenschaften bereits nachgewiesen werden konnten, bietet sich dieses Arzneimittel für die Stressreduzierung geradezu an.

Es ist nur einige Jahre her, dass Forscher herausfanden, dass Cannabinoide, die im Öl enthalten sind, die Aktivität der Stressrezeptoren im Gehirn reduzieren. Damit hat Cannabis auch einem Platz in der Behandlung von traumatischen Ereignissen gefunden.

Essstörungen sind ein weiteres Gebiet, auf dem Cannabisöl auf sich aufmerksam gemacht hat.

Je nach Symptomen kann medizinisches Cannabis Appetit-anregend oder Appetit-mindernd sein. Dafür ausschlaggebend sind, welche Hormone von dem Öl angesprochen werden.

Im Bereich der Augen sind Studien unterwegs, dass medizinisches Cannabis bei grünem Star und Netzhauterkrankungen angewendet werden kann. Obwohl viele Studien noch laufen, es wird angenommen, dass Cannabis Öl den Augeninnendruck vermindert. Die Aussichten dieser Studien sind hoffnungsvoll.

Seit 2014 sind Studien von medizinischen Cannabis für Herz-Kreislauferkrankungen unterwegs. So weit hat man gefunden, dass Cannabis Öl tatsächlich die Blutgefäße erweitert. Um medizinisches Cannabis auch auf diesem Gebiet erfolgreich einsetzten zu können, bedarf es allerdings noch einiger Studien. Hier sagt die Medizin selbst, dass alle Forschungen noch in den Kinderschuhen stecken.

Die positiven Auswirkungen von medizinischen Cannabis könnte hier noch lange fortgesetzt werden. Allerdings würde das den Rahmen dieses Artikels sprengen. Gleichfalls wichtig für Mediziner und Patienten ist, dass medizinisches Cannabis in seiner Anwendung wesentlich weniger Nebenwirkungen hat, als herkömmliche, chemische Medikamente. Es bleibt abzuwarten, was Langzeitstudien in den kommenden Jahren noch herausfinden werden.